Echte Teamarbeit habe ich – ob im Berufsleben oder in anderen Kontexten – nur selten erlebt. Dass zwei (oder gar mehr) Menschen unbedingt dasselbe Ziel erreichen wollen und intensiv gemeinsam daran arbeiten, ist die absolute Ausnahme.
In der Regel arbeitet man in “Teams” einfach nebeneinander her. Wenn sich die Aufgaben innerhalb des Teams stark unterscheiden oder wenn jemand innerlich gekündigt hat, hat echte Zusammenarbeit ohnehin keine Chance. Aber auch dort, wo Menschen motiviert sind und einen gemeinsamen Arbeitsauftrag haben, steht viel im Weg: Unterschiedliche Ziele und Prioritäten, mangelnde Kompromissbereitschaft beim Finden eines gemeinsamen Weges, Unsicherheit, Konkurrenzdenken, Stolz, Trägheit, große Differenzen bei Kompetenzen oder Qualitätsansprüchen, schlimmstenfalls gezielte Isolation durch Vorgesetzte.
Das ist tragisch, denn echte Teamarbeit ist großartig und ein Produktivitätsturbo – wenn man gemeinsam ganz selbstverständlich um Größenordnungen bessere Ergebnisse erzielt, als man es einzeln je gekonnt hätte. Und zwar hart dafür arbeitet, aber viel dabei lernt, sich sicher und erfüllt fühlt. Stell dir vor, du träumst von einer Radtour durch ein anderes Land und findest plötzlich jemanden, der auch schon immer genau dorthin wollte und der jetzt die Tour gemeinsam mit dir plant und erlebt: So kann sich im Idealfall gute Zusammenarbeit auch im Job oder Verein anfühlen.
Ich bin dankbar, dass ich das einige Male erleben durfte und darf. Und ich unterschreibe zu 100% die Aussage von Patrick Lencioni in seinem Buch The Five Dysfunctions of a Team (2002):
“Not finance. Not strategy. Not technology. It is teamwork that remains the ultimate competitive advantage, both because it is so powerful and so rare.”