{"id":2287,"date":"2025-11-25T14:21:43","date_gmt":"2025-11-25T13:21:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.strehle.de\/tim\/?p=2287"},"modified":"2025-11-25T15:17:39","modified_gmt":"2025-11-25T14:17:39","slug":"howard-carpendale-und-meeting-vs-buehne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.strehle.de\/tim\/weblog\/archives\/2025\/11\/25\/howard-carpendale-und-meeting-vs-buehne\/","title":{"rendered":"Howard Carpendale und Meeting vs. B\u00fchne"},"content":{"rendered":"\n<p>Anfang des Monats habe ich an einem \u201eAuftritts- und Kommunikationsworkshop\u201c mit <a href=\"https:\/\/kommunikationscoaching-nord.de\/\">Nicola Peters<\/a> teilgenommen (absolut empfehlenswert, mir hat\u2019s sehr gut gefallen). <\/p>\n\n\n\n\n<p>Unter anderem ging es um souver\u00e4nes Auftreten; mit Tipps, wie K\u00f6rpersprache und Sprache dazu beitragen k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich retten uns eine einstudierte Pose oder ein angenehmes Sprachtempo nicht, wenn wir in einem Termin schlecht vorbereitet und heillos \u00fcberfordert sind. Aber es gibt eine sp\u00fcrbare positive R\u00fcckwirkung: Ich f\u00fchle mich wohler in meiner Haut, wenn ich sicherer stehe, Augenkontakt aufnehme und beim Sprechen Pausen mache. Und das merken die Menschen um mich herum.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Sch\u00f6n fand ich auch den Begriff <a href=\"https:\/\/www.schulz-von-thun.de\/aktuell\/schl%C3%BCsselbegriffe-der-kommunikationspsychologie#souveraenitaet\">\u201eSouver\u00e4nit\u00e4t der 2. Ordnung\u201c<\/a> : Dass wir uns nicht verunsichern lassen, wenn bei unserer perfekt vorbereiteten Pr\u00e4sentation eine Panne passiert, und souver\u00e4n damit umgehen, etwas nicht zu wissen oder einen Fehler gemacht zu haben. <\/p>\n\n\n\n\n<p>Dazu passt das gerade im SPIEGEL erschienene <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/musik\/howard-carpendale-ich-habe-zwei-sehr-unterschiedliche-frauen-die-zusammen-eine-perfekte-frau-sind-a-4902ab8a-ce21-495c-883e-cd8aeda9a9ef\">Interview mit dem S\u00e4nger Howard Carpendale (\u20ac)<\/a>. Er sagt \u00fcber sicheres Auftreten im Konzert:<\/p>\n\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eCharismatisch ist nur, wer wei\u00df, dass er es kann. Das schafft Ruhe in einem drin, das ver\u00e4ndert die K\u00f6rperspannung, die Bewegungen auf der B\u00fchne.\u201c<\/p><p>\u201eDie Leute im Saal m\u00fcssen das Gef\u00fchl haben, dass der Mensch da vorn die Situation im Griff hat.\u201c<\/p><p>\u201eAuf der B\u00fchne der Chef zu sein, das muss ja nicht bedeuten: gro\u00dfe Geste, Brust raus. Das kann auch bedeuten, ruhig und bedacht aufzutreten, nicht hektisch zu werden, sondern die Show selbst zu genie\u00dfen. Das Publikum sp\u00fcrt das.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ich stehe gelegentlich als Amateurmusiker auf einer B\u00fchne (auf einer sehr kleinen; nat\u00fcrlich will ich mich nicht mit Howard Carpendale vergleichen). Mir ist aufgefallen,  dass es mir leichter f\u00e4llt, dort vor 150 Personen zu reden, zu singen und Gitarre zu spielen, als im Beruf als Projektleiter ein Meeting mit 10 Personen zu leiten. Gut vorbereitet bin ich in der Regel in beiden Situationen. Woran k\u00f6nnte es dann liegen?<\/p>\n\n\n\n\n<p>Vielleicht hilft es mir, dass beim Musizieren die Aufgaben klar verteilt sind: Der Mensch auf der B\u00fchne leitet, das Publikum l\u00e4sst sich leiten (h\u00f6rt zu oder singt mit). Niemand klettert pl\u00f6tzlich auf die B\u00fchne und macht mir meine Rolle streitig. Ich kann also relativ ungest\u00f6rt \u201emein Ding machen\u201c, solange ich die Zuh\u00f6rer nicht zu sehr langweile oder \u00e4rgere.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Im Meeting dagegen machen sozusagen alle gemeinsam die Musik. Wir sitzen ja zusammen, damit sich jeder aktiv beteiligen kann. Rollen und Abl\u00e4ufe sind deshalb komplexer, und sie sind nicht immer klar oder akzeptiert. Vielleicht werde ich mitten in meinen Ausf\u00fchrungen unterbrochen, weil jemand denkt, dass wir schon in der offenen Diskussion angekommen sind. Oder ich werde f\u00fcr eine Entscheidung kritisiert, die eine Ebene h\u00f6her getroffen wurde. Da hat mir Nicola Peters\u2019 Rat im Workshop geholfen, Ziele, Rollen und Ablauf explizit zu kommunizieren. Ich muss nicht jede Erwartung erf\u00fcllen. Als S\u00e4nger gehe ich auch nicht mit der Angst auf die B\u00fchne, dass jemand einen Salto oder eine L\u00f6wendressur von mir erwartet.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Und ich habe mir vorgenommen, mich direkt vor einem wichtigen Termin bewusst darauf einzustimmen \u2013 tief durchzuatmen, mich aufrecht hinzustellen, mir meine Rolle und meine gute Vorbereitung bewusst zu machen, um dann gut gelaunt und mit Vorfreude in den Termin zu starten. So, wie ich es auch auf dem Weg zur B\u00fchne mache.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang des Monats habe ich an einem \u201eAuftritts- und Kommunikationsworkshop\u201c mit Nicola Peters teilgenommen (absolut empfehlenswert, mir hat\u2019s sehr gut gefallen). Unter anderem ging es um souver\u00e4nes Auftreten; mit Tipps, wie K\u00f6rpersprache und Sprache dazu beitragen k\u00f6nnen. 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